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Garten/Landschaft/Natur
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Wildblumensäume – hitzetolerant
Dresden, August 2018. Obwohl es monatelang keinen nennenswerten Regen gab, steht dieser Saum da wie eine Eins. Wegwarte, Glockenblume, Rainfarn oder Natternkopf scheint die anhaltende Trockenheit nicht zu stören. Das kommt uns zwar irgendwie bekannt vor, erstaunt aber immer wieder aufs Neue.
Klimawandel:

Wildblumensäume – hitzetolerant

Mit den Wildblumenbeeten aus der August-Ausgabe befinden wir uns bereits auf einem sehr guten Weg Richtung Klimawandel. Sie halten viel aus und können sich notfalls sogar noch selber regenerieren.
Dieses Mal geht es um ein ebenfalls sehr naturnahes, aber kaum bekanntes Element: der Wildblumensaum. Dieser kommt kaum in einem normalen Garten vor – und immer weniger, viel zu wenig, in der freien Landschaft.

Wildblumensäume sind hochwüchsige und über den Winter stehen gelassene Überlebensinseln für Fauna und Flora. Sie enthalten attraktive Arten wie Königskerze, Herzgespann, Kugeldistel, Nachtkerze, Wilde Karde, Skabiosen-Flockenblume, Wilden Majoran, Rainfarn oder Nickende Disteln und liefern so Samen für Distel- und Grünfinken oder Feldsperlinge und Goldammern bzw. Insektennahrung für den Zaunkönig, die Heckenbraunelle oder Rebhühner.

Natürliche Chancen nutzen

Was den Klimawandel betrifft, gehören Wildblumensäume zu den unempfindlichsten Elementen im naturnahen Grün. Sie können unter sehr vielen verschiedenen Bedingungen klarkommen. Es gibt sie für alle Standorte, von mager, warm, trocken und sonnig bis hin zu feucht, schattig und nährstoffreich. Doch ich darf Sie beruhigen: Bei meinen Fahrten durch Europa habe ich noch nie einen komplett vertrockneten Saum gesehen. Das mag daran liegen, dass seine typischen Arten meist tiefer wurzeln als die niedrigeren Blumenwiesen oder Rasen: So können sie feuchte Erdbereiche auch dann noch erschließen, wenn andere längst zu kämpfen haben.

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